Carmelo Pistorio hat im Frühjahr 2004, in seinem zweiten Jahr in Singapur, einer amerikanischen Wirtschaftszeitung einen Satz gesagt, den wir bei Palaimon seither in unzureichend eigenen Worten wiederholen. Singapore offers a safe harbor, a perfect watchtower over the rest of Asia. Wir kannten den Satz nicht, als wir vor zwei Jahren beschlossen, einen zweiten Liegeplatz am Collyer Quay einzurichten. Wir haben ihn erst später gefunden — und mit ihm einen Mann, der ein halbes Berufsleben früher dort war, wo wir jetzt ankommen.
Carmelo ist der älteste Sohn von Pasquale Pistorio, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden und späteren Ehrenpräsidenten von STMicroelectronics; jenem Patriarchen der europäisch-asiatischen Halbleiterindustrie, der die Branche so wesentlich geprägt hat, dass er als il green manager in die italienische Wirtschaftsgeschichte eingegangen ist. Carmelo selbst hat sich früh einen anderen Weg gesucht. Er studierte am Tufts College in Massachusetts Philosophie mit Nebenfach Geschichte, schloss mit sechsundzwanzig ab und ging anschließend für ein Jahr nicht etwa nach Mailand oder New York, sondern an Bord eines achtundzwanzig-Tonnen-Trawlers in Ligurien. „Ich wusste, das Meer ist der einzige Ort, an dem ich der Welt langsam einen Sinn abringen kann.“ — In den neunziger Jahren fuhr er mit Freunden in einem Alfa Romeo in den Bosnienkrieg, um, wie er später sagte, das Verhältnis des Menschen zu sich selbst nicht nur in Büchern zu studieren.
Erst danach kam das, was eine ordentliche Familie als Berufslaufbahn anerkennt. Stationen in Paris, Brüssel, Mailand und Catania; die Leitung von HTS, einem paneuropäischen Unternehmen für die nachgelagerten Umweltauswirkungen der Halbleiterfertigung; FolloWeb, ein e-Commerce-Versuch der ersten Stunde, gemeinsam mit PricewaterhouseCoopers, SAP und CommerceOne — „1.7 Millionen Euro Umsatz und 9 Millionen Schulden, eine ungeschminkte Sache“. Im Jahr 2002 kam Carmelo nach Singapur, zunächst als stiller Gesellschafter einer lokalen Recyclingfirma. Ein Jahr später wurde er permanenter Bewohner; im März 2003 gründete er Upstream Ventures — einen kleinen Seed-Fonds hinter dem Boat Quay, mit drei Partnern und acht Beteiligungen im ersten Jahr, später fünfzehn. Heute ist Carmelo Verwaltungsratspräsident von XiD Technologies, einem in Singapur ansässigen Führungsunternehmen für biometrische Gesichtserkennung in Asien.
Warum wir ihn an dieser Stelle nennen
Wir nennen Carmelo nicht als Berater und nicht als Vermittler. Wir nennen ihn, weil ein Mensch, der vor zweiundzwanzig Jahren beschlossen hat, sein Leben nach Singapur zu verlegen, und der seither das, was es einem europäischen Familienvermögen in Asien an Erfahrung beibringen kann, fast in Reinform mit sich herumträgt — ein solcher Mensch ist für ein Haus wie unseres ein Kompass.
Carmelo selbst sagt, das Segeln sei „eine der besten Schulen des Lebens, in der man Interdependenz und Verletzlichkeit lernt — und wie man führt“. Wer ihn einmal an Bord der MS Jock erlebt hat — einer J/24, mit der er und seine Crew in den Regatten des Changi Sailing Club gelegentlich Vollprofis geschlagen haben —, versteht, dass das nicht Pose ist. Es ist die Art, wie er auch in seinem Verwaltungsrat sitzt, am Schreibtisch, in einem Telefonat. Wer einer Familie helfen will, eine Generation an die nächste zu übergeben, sollte sich an einen Menschen halten, der weiß, was es heißt, ein Schiff durch eine Nacht zu führen, in der niemand mehr an Land in der Lage wäre, ihm zu helfen.
Wie man ihn erreicht
Carmelo lebt zwischen Singapur und Malta. Er arbeitet nicht für uns und steht nicht in einem Mandatsverhältnis zu uns. Wir vermitteln, wenn ein Anliegen in unser gemeinsames Verständnis von Lebensführung passt — eine Familienfrage, eine Beteiligung in Südostasien, ein Vermögensteil, der in Singapur, Malta oder Italien einen klugen Kopf braucht, der die Sprache und die Sitte beider Seiten kennt. Wie Anna Jelen in Arosa ist Carmelo nicht direkt zu erreichen. Eine Sprechstunde mit ihm dauert in der Regel einen ganzen Tag: am Steg, an Bord, oder am Küchentisch in Valletta. Sie endet meistens mit einer Antwort, die in keinem Excel steht.
Aus seiner Feder — ein kleines Archiv
Die folgenden neun Beiträge sind, mit Carmelos Wissen, eine vollständige Spiegelung der Pressemappe seiner Singapurer Jahre, wie sie auch auf seiner persönlichen Webseite verlinkt ist. Wir hosten sie hier, damit sie erreichbar bleiben, wenn die Verlage einmal ihre Server abschalten. Der Beitrag von April 2004 enthält den oben zitierten Satz; der Aufsatz von Mai 2006 ist von Carmelo selbst geschrieben.
- I Upstream — planting seeds of innovation SI News · November 2003
- II VC in Asia — an angel in Singapore Red Herring · 16. April 2004
- III Sing — A time to invest Italienische Handelskammer Singapur · August 2004
- IV Moving Upstream SI News · November / Dezember 2004
- V SVCA Magazine — Inaugural Issue Cover Story Singapore Venture Capital Association · April 2005
- VI SVCA Magazine — Titelbild Singapore Venture Capital Association · April 2005
- VII Fish Eye India (eigener Aufsatz) SCOPE / SVCA Newsletter · Mai 2006
- VIII Angels of Asia Unite! Italienische Handelskammer Singapur · August 2006
- IX Pistorio — Profilseite Webseiten-Sicherung · 2006
Die PDFs sind Bit-für-Bit-Kopien der Originale auf carmelopistorio.com. Hostingort und Zuständigkeit liegen bei Palaimon Capital.
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